Aktuelles

Die Ausstellung "Baustellen" von Wolfgang Michaeli ist eröffnet. Sie ist beeindruckend, aber auch bedrückend. Wolfgang Michaeli hat zu Beginn offen und ehrlich von seiner bipolaren Störung erzählt, eine Erkrankung, die in zwingt, seit Jahren zahlreiche Medikamente zu nehmen. Er zeigt nun Installationen aus den Blistern der Tabletten, ein Stadtmodell aus Verpackungen, einen Turm aus Kassetten mit Rundfunkaufzeichnungen und mehr.  Aber auch schöne Bilder  gibt es, eben eine bipolare Schau, wie er sagte, etwas ganz Besonderes im Reigen der Ausstellungen im WKV. Markus Fritsch schreibt in der WNZ: "Eine Installation aus Tabakpackungen, Streichholzschachteln, Nähgarn und Kleinmöbeln; das Bankenviertel von Frankfurt (New Babylon) im Verhältnis von 1:250 aus Medikamentenschachteln und -dosen, Beipackzetteln, Kartons, Klebeband und einem Bild. 2001 begann Wolfgang Michaeli gezielt Materialien zu sammeln, die die Baustellen seines Lebens illustrieren: Tabakverpackungen, Streichholzschachteln, Tablettenschachteln, Blister, Kassetten mit Radiosendungen. Daraus sind die schon erwähnten Installationen geworden, die er als Architekt maßstabsgetreu nachgebildet hat, wie das Hochhaus der Commerzbank in Frankfurt am Main. Wolfgang Michaelis Schaffen ist vielfältig. Es gibt in der Ausstellung auch ganz persönliche Bilder, welche die Auseinandersetzung mit seiner bipolar-manisch-depressiven Störung suchen. Bilder wie „Manie I“ und „Depression“ berühren den Betrachter..." Zu erleben bis 7. Oktober.

 

Zur freundlichen Beachtung:

Holger Daberkow zeigt in der Galerie Raumwerkstatt in Dalheim, Altenberger Straße 84a, wunderschöne Fotografien von verblühten Blumen. "Schönheit" heißt die Ausstellung. Infos unter www.dieraumwerkstatt.de

Die Künstlergruppe ist gewachsen. Die Aktiven haben Mechthild Trimborn und Hans Hochheim in ihre Reihen  aufgenommen.

"Stand der Dinge", 75 Jahre OKB, im Kulturhaus Wetzlar bis 7. Oktober.

Wetzlar. Noch bis 2. September zeigt der WKV die Ausstellung "Bilder" von Deniz Kuranel. Hier einige Ausführungen des Vorsitzenden Gert Heiland zu den Arbeiten.

Ein Künstler, drei Räume, drei verschiedene Serien zum Thema Bilder. Drei Säulen, die diese Ausstellung von Deniz Kuranel tragen, mal gegenständliche Bilder, mal abstrakte, mal Bilder dazwischen. Vereinte Gegensätze, die eine ruhige Ausstellungsatmosphäre bieten.

Raum 1. Bilder im Sinne von Abbild. Der Raum atmet etwas Damaliges, sind diese Bilder wie die vergilbten Fotografien aus dem Album der Großeltern Erinnerungen? Von wem, an wen? Eine Geschichte lässt sich denken. Der Wald, ein Weg, der zu einem Blockhaus führt, darin diese Stuben, diese Möbel. Das Wohnzimmer vielleicht, der Wald, an dem sie wohnten und an dem ein Kind spielte, sich auch fürchtete? Ist es ein Zuhause, ein Museum oder gar nur eine Puppenstube? Wer weiß, aber ist es wichtig?

Der Wald, Heimat, die Räume Geborgenheit, Zuhause?

Bilder wecken Emotionen und auch wenn es nicht unsere Gedanken sind, so können wir sie – auch wenn es nicht so ist - anscheinend lesen, erkennen und fühlen, uns den eigenen Assoziationen im Fremden hingeben.

Assoziationen weckt auch Raum 2. Bilder, die nach Ölfarbe riechen, für mich das olfaktorische Synonym für Malerei. Rein abstrakte Bilder sind es, in denen es um das Rot geht. Genauer um Kadmiumrot. In mehreren Schichten sind diese Kraftakte entstanden, quasi im Dialog, Deniz setzt eine Farbe, das Bild antwortet, im gleichen Sinne, wie wir einen Text schreiben, umformulieren, ergänzen, ändern, so lange bis das Bild stimmt. So hat sich im Dialog etwas entwickelt, Bilder, in denen es eben um das Rot gehen soll, sagt Deniz.

Aber ein Rot, das nicht so dominant ist, dass einen weder aufsaugt noch abstößt, nein, eines, dem man sich nähern kann und möchte, ein Rot, das gemildert wird durch andere reine Farben, Pigmente, Blau, Schwarz Reine Abstraktion, ja, aber eine, die ebenfalls viele Assoziationen zulässt: Blut, Herz, Krieg, Gewalt - und Liebe. Welch eine ambivalente und auf- bis anregende Farbe.

Raum 3. E lässt uns wieder ruhiger werden. Bilder zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion sind es hier. Ja auch hier kommen die Assoziationen schnell: Horizont, Meer, Küste, Landschaft. Querstreifen reichen aus und schon meinen wir zu erkennen, zu sehen.

Indes: Wir sehen nicht, dass diesen Arbeiten realistische gemalte Landschaftsgemälde zugrundeliegen. In der Tat, Deniz malte Landschaften, wie man sie aus dem Urlaub an der Küste mitbringen würde, und hat sie übermalt, vernichtet. Ich hatte mit dem Landschaftsbild einen Gegenspieler um mich damit auseinanderzusetzen. Ihn interessierte, was es mit den dunklen und hellen Streifen auf sich hat, was sie zulassen, wie weit man gehen kann, bis sich diese Idee selbstständig macht und weiterentwickelt, und zwar so lange, bis das neue Bild eine echte Stimmigkeit erreicht war. 

Ein Künstler, viele Bilder und noch mehr eigene Gedankenreisen.

"Vergänglichkeiten" ist der Titel einer Ausstellung von Christian Sämann und seiner ehemaligen Schülerin Annika van Vugt. Zu sehen bis 8. Juli in der Villa Grün in Dillenburg. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr. Während van Vugt sich auf den Menschen konzentriert, hat Sämann vor allem Industrieanlagen im Blick. 

Die Nacht der Galerien war wieder ein Erfolg.  Und Anteil daran hatte  die Jahresausstellung des WKV im Kulturhaus. 13 Künstlerinnen und Künstler haben sich des Themas "Perspektivwechsel" angenommen. Anbei ein paar Bildbeispiel aus der Ausstellung. Zu sehen bis 5. August.