Aktuelles

Liebe Freunde des WKV,

das Ausstellungsjahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Die phantastischen Bilder von Heidrun Pfalzgraf sind nur noch am 20., 21. und 22. Dezember zu sehen. Ihnen allen wünsche ich auch im Namen des Vorstandes frohe Weihnachten und einen guten Rutsch. Wir sehen uns hoffentlich am 23. Februar 2020 zur ersten Vernissage im neuen Jahr.

Ihr Gert Heiland

(1. Vorsitzender)

Es ist bestechende Kunst, farbstark, auf den ersten Blick vielleicht etwas sperrig. Aber auf den zweiten und jeden weiteren Blick faszinierend, humorvoll, mit vielen zu entdeckenden Details. Die Rede ist von den abstrakten  Arbeiten von Heidrun Pfalzgraf. Ihre Ausstellung mit dem Titel „#myart#“ ist am_Sonntagvormittag in der Galerie des Kunstvereins eröffnet worden.

Der Betrachter ist gefordert oder besser eingeladen, in den Bildern seine eigenen Geschichten zu suchen. Sie wolle nichts vorgeben, sagte die Künstlerin im Gespräch mit dem 1. Vorsitzenden Gert Heiland, daher gebe sie ihren Bilder auch keine Titel.

Und jeder – das zeigten schon die Besucherreaktionen am Sonntag –  findet etwas in diesen üppigen Bildwelten. Und jeder etwas anderes. Was für den einen eine stille Unterwasserwelt ist, birgt für einen anderen ein Ungeheuer. Die eine Besucherin entdeckte ein Gehirn samt Blutgefäßen und Organen, ein anderer Kunstfreund wertete die Malerei als einen geheimnisvollen Plan. Man merkt: Die Phantasie ist hier gefragt und darf sich ruhig einmal austoben.

Und auch dies ist bei vielen Arbeiten möglich: Sie zu drehen. Was Hochformat ist, kann durchaus ein_Querformat werden und offenbart  dann weitere Möglichkeiten.

Zu den  großformatigen farbigen_Werken gesellen sich kleine schwarze Tuschezeichnungen, auch sie wollen nichts wiedergeben._Sie ziehen einen durch die spinnennetzfeinen Linien in Bann.

Heidrun Pfalzgraf erzählte den rund 30 Vernissagegästen auch, wie ihre  Bilder entstehen, dass sie ohne gegenständliche oder thematische Vorgaben ans Werk geht. Sie „lege“ Formen und Farben gewissermaßen nebeneinander auf die Leinwand, wisse selbst oft nicht, wie sich das Bild entwickeln wird. Aber nach und nach ergibt eine Form eine weitere, eine Farbe die nächste. Und am Ende stehen dann die für die Künstlerin aus Celle so typischen „labyrinthischen Vernetzungen und Verflechtungen“ oder wie sie schreibt: „Es würfeln sich Formen und Farben kaleidoskopartig zusammen, bis ein ästhetisches Ganzes, eine Verdichtung und ein Zusammenhalt entsteht“.

Nachzuvollziehen ist dies   bis 22. Dezember in der Galerie des Kunstvereins. Öffnungszeiten: freitags 16 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 14.30 Uhr und sonntags 13 bis 16 Uhr. (gh)

Ungewöhnliche Kunst bietet die letzte Ausstellung 2019. Zu Gast ist Heidrun Pfalzgraf, die unter dem Titel "#myart#" ihre Malerei und Zeichungen zeigt. Vernisssage ist am Sonntag, 24. November, um 11 Uhr.

Domhöfe - Wunsch & Wirklichkeit

Die Jahresausstellung 2020 des Wetzlarer Kunstvereins wird ungewöhnlich, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen sind in diesem Experiment erstmals alle Mitglieder eingeladen, sich zu beteiligen. Zum anderen steht ein besonderer Aspekt der aktuellen Stadtentwicklung als Thema fest: Die Domhöfe haben sich in der Umfrage durchgesetzt. Das Neubauprojekt anstelle des maroden Stadthauses am Dom bietet allerlei Möglichkeiten, sich damit auseinanderzusetzen. Dabei können die Teilnehmer in diversen Techniken sowohl ihre Phantasie freien Lauf lassen und Wünsche formulieren, als auch die Wirklichkeit - das Projekt, das alte Gebäude, die Diskussionen innerhalb der Stadtgesellschaft - reflektieren. Die Ausstellung wird am 5. Juni in der Stadtgalerie eröffnet und ist der Startschuss zur Nacht der Galerien. Details zu gegebener Zeit.

Sie ergänzen sich ideal, die Malerei von Margret Uellenberg und die Bronzen von Heinrich Janke. Ihre gemeinsame Ausstellung im Kunstverein (bis 17. November) trägt den Titel "Spiegel der Zeit". Im Folgenden die einführenden Worte des Vorsitzenden Gert Heiland:

Was Sie sehen, sind Schlaglichter auf einen künstlerischen Weg, der am Folkwang in Essen begann, mit einer Orientierung am Bauhaus, sowohl in der Farb- als auch in der Formgebung. Ein Weg, auf dem zum Beispiel die Webarbeiten der 80er Jahre liegen. Die übrigens das Erste waren, was ich von ihr gesehen habe, damals im 1. Stock der Sparkasse, damals, als eine eigene Galerie ein Wunschtraum war. Dass wir dann gemeinsam über Jahrzehnte den Kunstverein leiten würden und heute hier stehen können, war da nicht abzusehen.

Ich denke gerne zurück an die Kunstaktion Wassergeister an der alten Lahnbrücke, ich freue mich über ihre Assemblagen, über faszinierende Objekte wie jenes Wandobjekt aus drehbaren Vierkantstäben, die, richtig verdreht, vier verschiedene Ansichten zeigen.

Margret schuf immer wieder auch Materialbilder, ich denke aber vor allem gerne an ihre vielseitige Malerei, deren Palette von abstrakten Kompositionen bis hin zu transformierten Urlaubseindrücken und Jugenderinnerungen reicht.

So finden wir Inhaltliches wie die beschworene Erinnerung an den Garten von Herrenhausen ebenso wie den Wetzlarer Dom und eine Arbeit zu Dante.

Wir sehen formale Themenstellungen wie die blaue Figur oder Emotionales wie das Werk Вlues. Und wir sehen Heiteres wie die große Arbeit Вubbles und Ernstes wie das Bild Мarmortrümmer in Syrien. Dies alles und mehr beweist, dass bei Margret so Einiges zusammenkommt, und zwar Kreativität, Handwerk und auch ein gewisser Spieltrieb.

Aber bei aller Vielfalt hat sich die Künstlerin nie verzettelt, ist sie ihrem künstlerischen Credo treu. Zur Kunst gehören für sie eben handwerkliches Vermögen, um eine Idee künstlerisch auch adäquat umsetzen zu können, und dass bei aller Abstraktion der Dinge in der Regel das Figürliche präsent bleibt. Abstraktion ja, aber nie so stark, dass das Motiv die Bodenhaftung mit der Realität verliert. Eine Sichtweise, die bei allen Unterschieden in Themen und Techniken auch für Heinrich Janke gilt. Dass sich Margret ihn als "Juniorpartner" an die Seite geholt hat, ist kein Zufall.

Zum einen eint sie wie gesagt die Herangehensweise, zum anderen kennen sie sich seit 1962, haben sich in all den Jahrzehnten nie aus den Augen verloren und Anteil am Schaffen des anderen genommen. Apropos Jahrzehnte: Heinrich Janke wird im Kunstverein im kommenden Jahr anlässlich seines 90. Geburtstages umfangreicher zum Zuge kommen.

Hier und heute geht es also zum einen und vornehmlich um Margret, um ihr Werk im Spiegel der Zeit, aber zum anderen ist diese Ausstellung doch auch ein Pas de Deux, das anhand von Wegmarken nachvollziehen lässt, wie sich beider küstlerisches Schaffen verändert hat und wie die Entwicklung beider in dieser langen Zeit verlaufen ist.